Digitalis – Portrait 1985 – Analoge Fotomontage

Digitalis – Analoge Fotomontage

Portrait 1985

Freie Studienarbeit

Wie real kann eine Täuschung in der Fotografie sein? Und wie wirkt diese auf die Emotion eines Betrachters des Bildes?

In der freien Studienarbeit lotete ich aus, wie sich das Hinzufügen von Bildelementen auf die Wahrnehmung einer Fotografie auswirken könnte. Wie real erscheint einem das Abgebildete einer Fotografie? Um das herauszufinden, setzte ich ein Bildelement ein, das eine irreale Situation erzeugt, aber dennoch eine emotionale Reaktion auslöst, als wäre das Abgebildete wirklich. Im September 1985 notierte ich in mein Arbeitsbuch zum erstellten Portrait:

»Zerstörung bzw. Deutlichmachung der Illusion einer Fotografie. Spürbarer Schmerz, der durch in die Augen gestochenen Nadeln erzeugt wird. Die Illusion der Realität (wahrhaft wirkliche) der Person wird durchbrochen, durch eine irreale Situation, die erst durch rationale Betrachtung deutlich wird. Widerspruch zwischen Schmerz, die eine Nadel im Auge erzeugen müßte und dem Gesichtsausdruck, der davon unbeeindruckt scheint.«

Abgebildet in:
Die Welt der Neuen Bilder – Dokumentarische Fotografie und KI, morisel Verlag, 2023, S. 12.

Abzüge
Vintage Silbergelatineabzug
27 × 18 cm, label, sig., st., auf Karton 45 × 38 cm, 1985 und 23 × 15 cm, sig., st., 1985.