Portraitserie II
1985
Freie Studienarbeit
Die 1980er Jahre waren in Westdeutschland eine Zeit des Umbruchs. Was unter »Zeitgeist« verstanden wurde, war in unterschiedlichsten Weisen im Straßenbild sichtbar: Punks, Popper, Mods, Teds, New Waver, Grufties, Althippies, die beginnende Hip-Hop-Kultur oder auch eben jene alltäglich aussehenden Menschen.
Doch wie ließ sich der jeweilige Zeitgeist der Protagonisten festhalten und »auf eigenwillige Art fotografieren«? Wieviel Raum lasse ich dem zeitgenössischen Selbstverständnis der fotografierten Personen, und was entsteht durch das mediale Rauschen von Umfeld, eigener Inszenierung und fotografischer Inszenierung, die sich gegenseitig verstärken?
In dieser freien Studienarbeit reduzierte ich deshalb die visuellen Elemente auf den Blick, die Frisur, den Ansatz der Kleidung und einen von den Portraitierten selbst ausgewählten Hintergrund.
Vintage Silbergelatineabzüge
Baryt, 40 × 30 cm, sig., num., st., Karton 50 × 40 cm, 1985



Version 2
1985
Freie Studienarbeit
In einem weiteren Experiment stellte ich jeweils zwei Portraits derselben Person einander gegenüber. Die Aufnahmen unterscheiden sich kaum sichtbar bis hin zu deutlich voneinander. Die triviale, aber für mich seinerzeit dennoch wichtige Erkenntnis war, wie bereits geringe Veränderungen des Blickwinkels, der Verschlusszeit und der Bewegung des Portraitierten die Wahrnehmung einer Person verschieben und damit auch die Wahrnehmung der im fotografischen Portrait festgehaltenen Wirklichkeit.
Als eine zunächst noch weitaus größere Serie angelegt, begnügte ich mich mit dem erreichten Ergebnis und wandte mich anderen fotografischen Möglichkeiten zu.
Vintage Silbergelatineabzüge
Baryt, aufgezogen auf Karton 40 × 42 cm, je 23 × 15,5 cm, sig., st., 1985


