Portraitserie XIII
Das Kunsthaus Rhenania
2011–2022
Aus einer eher zufälligen Gelegenheit heraus bezog ich 2006 ein Atelier im Kunsthaus Rhenania am Rheinauhafen in Köln. Mit den Jahren lernte ich viele der Künstlerinnen und Künstler dort kennen und übernahm 2011 und 2012 mit meiner Kollegin Patrizia Marchese die Vorstandsarbeit im dort ansässigen Künstlerverein. Durch die Initiierung und Organisation zweier Kunstfestivals »Strom« sowie anderer Veranstaltungen und Ausstellungen erhielt ich einen umfangreichen Einblick in den Mikrokosmos eines Atelierhauses, der mich zu diesem Portraitprojekt motivierte.
Doch wie kann man eine so heterogene und schwer zu fassende »Ansammlung« von Künstlerinnen und Künstlern auf kleinstem Raum in einer fotografischen Serie zusammenfassen?
Nicht zuletzt aus eigener Erfahrung wurde für mich das gemeinsam vorhandene Bedürfnis nach »Gestaltung« zum Ausgangspunkt. Die Genres und Qualitäten der im Haus entstehenden Künste mögen noch so unterschiedlich sein, die Probleme der künstlerischen Prozesse sind es nicht.
So interessierten mich jene nachdenklichen Momente, in denen kritisch, zaudernd, zweifelnd oder auch positiv über die eigene Arbeit sinniert wird und die nächsten Projekte ins Blickfeld rücken.
Den Schwerpunkt meiner Fotografien habe ich auf diese Nachdenklichkeit gelegt, die in den Blicken der Künstlerinnen und Künstler sichtbar wird. Wie in meiner gesamten fotografischen Arbeit fasziniert es mich auch hier, aus dem Lauf der Zeit Momente der Stille herauszulösen und gleichzeitig für zukünftige Betrachter einen Blick in die Vergangenheit zu öffnen.
Die Portraitserie erschien 2022 als Edition Künstlerzeitung No. 5 »Das Kunsthaus Rhenania« mit 52 Fotografien auf 64 Seiten in einer Auflage von 50 Exemplaren.